Wozu Leistungstest mit Lactatmessung ? 

Milchsäure (lat. Lactat) ist ein Abbauprodukt von Glukose (Zucker). Je intensiver ein Muskel aktiviert wird, umso mehr Lactat entsteht. Der vorhandene Sauerstoff reicht dann nicht mehr aus, um den Zucker vollständig zu verbrennen. Wird zu häufig und zu lange mit überhöhter Lactatkonzentration trainiert, kommt es zur Zerstörung wichtiger Zellstrukturen und damit verbunden zu einer verkürzten Lebensdauer der Muskelzelle. Zudem wird auch der für die Ausdauer wichtige Fettstoffwechsel gehemmt. Will man die vorhandene Trainingszeit effizient(er) nutzen, sollte man wissen, mit welcher Intensität (Puls bzw. Tempo) sportartspezifisch trainiert werden muß. Speziell in Ausdauersportarten, wie Rad- und Laufsport, sind zwei Trainingsbereiche von besonderer Bedeutung: 

 1. Die aerobe Schwelle: ist die Trainingsintensität, bei der im Vergleich zur Herzfrequenz (Sauerstoffaufnahme) die Lactatproduktion am geringsten ist. Der für die (Grundlagen-) Ausdauer wichtige Fettstoffwechsel (und damit die Fettverbrennung) wird in diesem Bereich am besten trainiert. Für ein effizientes Herz-Kreislauftraining sollte diese Schwelle nicht überschritten werden.

 2. Die anaerobe Schwelle: ist die Leistungsstufe, bei der das produzierte Lactat gerade noch verarbeitet werden kann. Ein dosiertes Training in diesem Bereich zeigt den stärksten Leistungszuwachs (Tempo, Kraftausdauer). 

Durchführungsmodus Standardtest: 

auf einem Fahrradergometer oder Laufband wird, beginnend mit einer geringen Leistung (Watt bzw. Lauftempo) alle 3 - 5 Minuten der Tretwiderstand bzw. das Tempo erhöht. Am Ende jeder Leistungsstufe wird am Ohrläppchen ein Tropfen Blut zur Lactatbestimmung entnommen (schmerzlos!). Zusätzlich werden die Laufzeit und Herzfrequenz erhoben und in Verbindung gebracht. 

Feld- oder Freilufttests:

finden auf der jeweiligen sportartspezifischen Trainingsstrecke (z.B. Laufbahn, Straße etc. ) statt, um möglichst trainingsnahe Bedingungen zu schaffen. 

Damit die Testresultate mit späteren Tests vergleichbar sind, sollten Sie

2-3 Tage vor dem Test kein zu intensives Training absolvieren zumindest am vorhergehenden Tag kohlenhydratreich essen (Nudeln, Erdäpfel, Reis, Reis- oder Getreidepuffer, Brot, Obst,...) und somit fett- und eiweisreiche Kost vermeiden, aber ausreichend trinken! 3-4 Stunden vor dem Test keine größere Mahlzeit zu sich nehmen; (aber nicht völlig ausgehungert zum Test kommen!)  Keinen Test durchführen, wenn Sie einige Tage zuvor eine Krankheit (z.B. auch nur leichte Grippe) hatten. den Ruhepuls notieren (morgens im Bett - noch liegend - messen)!  sofern eigene Pulsuhr vorhanden, bitte diese verwenden.